neue Räume für den Bytespeicher(?)

Frei nach Herrn Goethe: Wo fang‘ ich an, wo hör‘ ich auf?

die Situation des Makerspace

Der Makerspace Erfurt wurde bisher rein privat finanziert. Das lässt sich aber natürlich auf Dauer so nicht weiter finanzieren und auch der Trägerverein hat nicht ausreichende Mittel, um parallel zu den Räumen in der Liebknechtstraße die Miete für weitere Räume aufzubringen.

Aus dem Grund haben sich einige Mitglieder bemüht, eine Lösung zu finden, die ein Weiterbestehen des Makerspace ermöglicht, gleichzeitig aber auch eine Zusammenführung/Trägerschaft durch uns bieten würde.

mögliche Lösung 1: die Künstlerwerkstätten der Stadt Erfurt

Stefan H. hat Kontakt zur Stadt Erfurt aufgenommen, um in Erfahrung zu bringen, ob es für uns eine Möglichkeit gäbe, Räume von der Stadt anzumieten. Konkret geht es dabei um die Künstlerwerkstätten im Norden von Erfurt.

Am letzten Mittwoch war dann auch eine Ansprechpartnerin der Stadt bei uns, um sich mal zu informieren, was wir eigentlich machen, wie unsere Räume aussehen und um mit uns darüber zu sprechen, wie wir uns die Nutzung der Räume vorstellen würden.

Als Ergebnis des Gesprächs muss man allerdings festhalten, dass zumindest im Moment eine Dauernutzung der Räume von uns nicht möglich ist, da es (unabhängig von den Raumgrößen) von Seiten der Stadt dafür kein Konzept gibt. Es gäbe wohl zwar die Möglichkeit, einzelne Räume als Zwischenlager zu verwenden, eine exklusive Nutzung als Konferenzraum und Werkstatt wäre aber derzeit und auch in den nächsten Monaten nicht absehbar.

Uns wurde aber empfohlen, unsere Idee und unser Anliegen an die zuständigen Stellen zu tragen, damit über den offiziellen Behördenweg vielleicht eine Möglichkeit gefunden werden kann.

mögliche Lösung 2: das KrämerLoft

Steve hat Kontakt zum KrämerLoft, einem neuen Co-Working in Erfurt, welches im Laufe des nächsten Jahres in ein Gebäude nahe der Bahnhofstraße einziehen wird.

Vom KrämerLoft waren dann am Mittwoch ebenfalls die zwei Haupt-Initiatorinnen bei uns, um ihr Konzept vorzustellen und auch von uns zu hören, wie bzw. unter welchen Umständen wir uns vorstellen könnten, als Mieter in ihren Räumen einzuziehen.

Im KrämerLoft hätten wir recht gute Möglichkeiten unseren Verein mit dem Makerspace zu integrieren, da wir neben 3 Räumen zusätzlich auch Kellerräume für Großgerät bekommen könnten, welches in normalen Räumen unpraktisch oder zu laut wäre.

Hauptproblem (wenn man es denn mal so nennen will) an dieser Lösung, die für uns recht viele Vorteile hätte, ist aber der noch nicht vorhandene Raum. Das Gebäude muss praktisch komplett entkernt und instand gesetzt werden mit allem was dazu gehört, sprich neues Dach, vollständige Elektro- und Sanitärinstallation etc. Geplant ist, das alle Arbeiten bis April/Mai nächsten Jahres abgeschlossen sind. Man kann jetzt also schlecht sagen „Hey alles super, nächste Woche geht der Umzug los.“, aber die Betreiberinnen brauchen möglichst bald eine feste Zusage von uns, damit sie ihr Raum- und Betriebskonzept festigen können.

Da diese Entscheidung aber natürlich nicht vom Vorstand getroffen werden kann und soll (Demokratie, Satzung, Vereinsrecht und so), muss eine Entscheidung über (k)einen Umzug im Rahmen einer offiziellen Mitgliederversammlung statt finden. Dies wäre natürlich auch bei der möglichen Lösung 1 mit den Künstlerwerkstätten der Fall, ist dort aber zeitlich für uns nicht so relevant.

wie es weiter geht

Im Gespräch mit dem KrämerLoft wurden am Mittwoch bereits einige Dinge vorgesprochen und grob abgeklärt, wohin die Reise gehen kann bzw. welche Infos vielleicht noch fehlen, damit eine Vereinsentscheidung getroffen werden kann.

Wir als Vorstand (ich nehme dabei Stefan H. und Steve als Beisitzer mit in Bezug) werden bis zum nächsten Plenum am 12.10.2016 alle nötigen Informationen sammeln und mögliche Vor- und Nachteile, die mit einem Umzug ins KrämerLoft verbunden werden darstellen, um euch ein möglichst differenziertes Bild der Entscheidung zu ermöglich. Dabei sollen auch die Betreiber/innen des KrämerLoft ebenfalls anwesend, um eure vielleicht noch offenen Fragen zu beantworten.

Danach wollen wir euch 1-2 Wochen Zeit zum Nachdenken geben, in denen jeder ganz für sich entscheiden kann, ob dieser Schritt gegangen werden soll. In diesem Zeitraum (wahrscheinlich 19. oder 26.10.) wird es dann eine Mitgliederversammlung geben, in der Nägel mit Köpfen gemacht werden, so dass Mitte/Ende Oktober ein verbindlicher Beschluss auf dem Tisch liegt.

Ich hoffe, ich konnte euch in etwa ein grobes Bild malen, wie es derzeit aussieht und was in den nächsten Wochen ansteht.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es sei an dieser Stelle nochmal erwähnt, dass es sich bei diesem möglichen Umzug vorwiegend um einen Erhalt und Zusammenschluss mit dem Makerspace handelt, der zukunftsorientiert einige Vorteile hätte. Der Bytespeicher hat für sich betrachtet erst einmal keinen Grund umzuziehen, sprich es gibt keinen Grund, unseren bestehenden Mietvertrag zu kündigen.

Bei Fragen könnt ihr euch natürlich jederzeit in den Kommentaren, per Mailingliste oder über einen der anderen Kanäle an uns wenden.

Bernd

Hobbyblogger bei Bernds Rappelkiste
Macht beruflich was mit Wasser und Beton. Malt manchmal in OpenStreetMap herum. Geht bevorzugt bei schönem Wetter Dosen suchen.

3 Gedanken zu „neue Räume für den Bytespeicher(?)“

  1. Die Idee, einen Makerspace in Erfurt zu entwickeln, existiert bereits seit Gründung des Vereins zur Förderung von Technikkultur und wird grundsätzlich auch durch die Satzung abgedeckt. Beim Anmieten der Räume in der Liebknechtstraße 8 war uns bewusst, dass dort kein Makerspace als Ergänzung zum Hackspace entstehen kann (https://technikkultur-erfurt.de/wiki:archiv:immobilien:liebknechtstrasse#bewertung).

    Das Thema Makerspace hat uns aber nie los gelassen und taucht daher in mehreren Plenen auf, z.B. Plenum 4, Plenum 11 und in den beiden Mitgliederversammlungen 2016 auf (https://technikkultur-erfurt.de/start?do=search&id=Makerspace). Die Gründung des Makerspaces durch Steve ist im Bytespeicher ausgiebig dokumentiert und auch durch eine Präsentation am 27. Januar (direkt vor unserem Plenum) für alle erkennbar gewesen (https://bytespeicher.org/2016/ankuendigung-plenum-2016-01-und-info-veranstaltung-zu-makerspace/).

    Spätestens auf den Mitgliederversammlungen wurde deutlich, dass eine enge Zusammenarbeit des Makerspaces mit dem Bytespeicher immer wichtiger wird, von daher ist für mich die Überlegung, gemeinsame Räume zu beziehen sinnvoll und konsequent.

    Ich habe das Haus in der Büsleber Gasse noch nicht von innen gesehen und war durch die ersten Fotos nicht besonders begeistert, aber Nicole und Bianca vom Krämerloft konnten bei unserem Gespräch während des Vorstandstreffen viele Zweifel aus der Welt schaffen. Auch Frau Becher von den Künstlerwerkstätten war anwesend und konnte uns ausführlich über die Nutzungsmöglichkeiten berichten. Da ich leider zu spät da war, habe ich mich nicht selbst umfassend darüber informieren können und beschäftige mich zunächst nur mit der Option Krämerloft.

    Der Vorstand ist sich also der Sache sehr bewusst und wir erarbeiten bis Ende September alle wesentlichen Informationen heraus, um gemeinsam zu entscheiden.

  2. So schlimm ist das Haus doch gar nicht. Im Grunde sind auf den Bildern zwei Wasserschäden zu sehen, der eine am Schornstein, was auch die Versorgung verursacht. Der andere in der Ecke eher harmlos, das ist schon fast nur ein malerschaden.

    Die Substanz ist gut, die Einrichtung natürlich etwas veraltet, gerade was sanitären angeht.

    Was ich gesehen habe: Betondecken. Das gammelt nicht gleich kaputt.
    Die Fenster benötigen zumindest eine instandsetzung.
    Eine Etage hat neue (1990er) Elektroinstallation.
    Die Heizkörper sind auch recht modern, schätze mal wendezeit oder kurz davor. Muss man sehen ob irgendwo Frostschäden sind.

    Der keller: ein Raum scheint sehr feucht. Der ist eher nicht so dolle. Die anderen sind aber viel besser. Trockener boden, teils leichte salzschäden auf kellerfensterhöhe, da wo jeden Winter das streusalz hingekippt wird. Überwiegend ist der Putz noch ok, trotz leerstand und undichtem dach.
    Es gibt Möglichkeiten zur querlüftung der kelleräume.
    Man benötigt eine taupunkt-lüftersteuerung oder wärmetauscherlüfter, dann ist die Feuchtigkeit handhabbar. (Kondensfeuchte verhindert )

    Elektroinstallation für die werkstatträume wird so oder so neu gemacht werden müssen, ganz egal wo man eine einrichtet. Sowohl wegen fehlenden Fehlerstromschutzschaltern als auch, weil nirgendwo in Kellerräumen die Installation bedarfsgerecht für so ein Projekt ist.

    Die Flure sind sehr eng, aber hey, wer es geschafft hat den bytespeicher überhaupt erstmal im hinterhof zu finden, der steckt das locker weg.

  3. Versottung sollte das oben heißen.

    Nun zu den Künstlerwerkstätten: man ist abhängig von der aktuellen kommunalpolitik.
    Fremdnutzer mieten sich die Werkstatt und plötzlich kommt man ne Woche nicht rein.
    Die holz- und metallwerkstätten sind nur sehr rudimentär ausgerüstet. Da ist ja so gut wie nichts an Maschinen da. Dann müsste man vor jedem Termin alles von uns hinräumen und nachher wieder wegräumen, was einiger logistischer Aufwand ist und von der zu nutzenden Zeit abgeht.
    Man will teure cnc-Maschinen auch gar nicht unbeaufsichtigt bei Fremdnutzer stehen haben.
    Man ist auch weniger flexibel mal eben was umzuräumen, weil nicht die eigene Einrichtung ist, und man auf den sonstigen Betrieb Rücksicht nehmen muss.

    Ich habe in den Veranstaltungskalender gesehen, da ist schon regelmäßig was in den Räumlichkeiten, wenn auch überwiegend in der Keramikwerkstatt.

    Das städtische nutzungskonzept ist schon ganz anders zu dem eines makerspace. Die künstlerwerkstatt ist eine mietwerkstatt, wo der Nutzer bereits alle Kompetenzen mitbringen muss.
    Im makerspace hingegen sollen diese Fähigkeiten vermittelt werden. Außerdem liegt ein Schwerpunkt auf cnc-Maschinen wie 3d drucker, fräse, lasercutter u.s.w., während die künstlerwerkstätten wohl eher auf Handarbeit ausgerichtet sind.

    Es geht beim makerspace ja eben gerade um Zugang zu modernen Produktionsmitteln die man nicht eben mal zu hause hat.
    Da muss auch nicht bei der „Käsefräse“ schluss sein, da gibt’s noch ganz andere tolle Dinge die man bauen kann. Erodiermaschinen zum Beispiel.

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